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WIRKSAMER SCHUTZ VOR ERKÄLTUNGSKRANKHEITEN

Kaum hat der Winter begonnen, klagen Viele über Husten, Schnupfen, Heiserkeit - und auch die nächste Grippewelle steht vor der Tür. Dabei wären viele Infektionen durch Anwendung ayurvedischer Regeln vermeidbar!

Erkaeltungskrankheiten

Die meisten Erkältungskrankheiten sind viraler Natur (Rhinoviren) und werden über kleinste Tröpfchen beim Niesen, Husten und auch Reden übertragen. Bis zu einem Meter können Sie durch die Luft Mitmenschen infizieren. Auch der Kontakt mit virushaltigem Schleim und Sekreten kann zu einer Infektion führen. Eine weitere Quelle stellen Klimaanlagen dar.

Die nasskalte Jahreszeit und die Heizungsluft begünstigen das Eindringen der Erreger durch die trockenen, schlecht durchbluteten Schleimhäute. Gerade hier setzt wirkungsvolle Prävention an – durch Wärmung, Befeuchtung und Ölung sowie regelmäßige Reinigung der Atemwege schützen Sie Ihre natürliche Barriere.

Meine 12 wichtigsten Empfehlungen für gesunde Atemwege

(1) Nasenspülung mit Salzwasser

Die tägliche Nasenspülung mit Salzwasser morgens nach dem Aufstehen (zur Kapha-Zeit) reinigt den Nasen-Rachenraum und wirkt effektiv gegen Erkältungen, Allergien und trockene Schleimhäute.

Stellen Sie hierzu eine physiologische Salzlösung (0,9%) her: auf 1 Liter Wasser kommen 9g naturbelassenes Meersalz.

Füllen Sie ein Nasenspülkännchen mit der Salzlösung und führen Sie dieses über dem Waschbecken bei seitlich geneigtem Kopf in ein Nasenloch ein, die Lösung fließt dann durch das andere wieder heraus. Führen Sie diesen Vorgang auf beiden Seiten durch.

(2) Intranasale Ölung

Die Applikation von 3-4 Tropfen Nasenöl wärmt die Schleimhäute, verringert deren Austrocknung und bildet einen Schutzfilm, durch den Erreger schlechter eindringen können.

Wir empfehlen zwei traditionell-ayurvedische Rezepturen:

  • Anu Taila: präventiv für Alle geeignet
  • Shadbindu Taila: wirkt abschwellend, entzündungshemmend und schleimlösend

Meiden Sie bitte bei einer akuten Infektion die Ölungen in den ersten Tagen.

(3) Meerwasser-Inhalation durch Ultraschall-Technologie

Dass Spaziergänge am offenen Meer eine Wohltat für die Atemwege sind, ist kein Geheimnis. Holen Sie sich diese Wirkung in Ihr Wohnzimmer! Nur 15 Minuten tägliche Inhalation mit kaltfiltriertem Meerwasser wirkt wie ein 2-3-stündiger Spaziergang am Meer.

Dampfinhalationen wirken wohltuend, entspannen, wärmen und entkrampfen die Atemwege. Ihre Wirkung bleibt aber auf die oberen und maximal mittleren Luftwege beschränkt. Durch Ultraschallvernebelung erreichen Sie auch die unteren Luftwege und Alveolen.

Ultraschallinhalationen wirken zudem aktiv verjüngend, da die Energieproduktion durch Verstoffwechselung von Sauerstoff optimiert wird. Wer es einmal kennen- und schätzen gelernt hat, will es nicht mehr missen.

(4) Einnahme von Supplementen für ein gesundes Immunsystem

Folgende Supplemente unterstützen die körpereigene Abwehr:

  • Amla-Fruchtmus „Chyavanprash“ – der berühmte Immunstimulator: 1 gehäufter TL zum Frühstück mit Tee, Milch oder als Zugabe in ein Müsli
  • Curcuma longa – das gelbe Gold aus Südasien ist eines der wirkungsvollsten Immunologika der Naturheilkunde: 2x 500mg Extrakt täglich können helfen
  • Tinospora cordifolia (Guduchi) – der bekannteste ayurvedische Immunmodulator: 2x 500mg Extrakt täglich stimulieren die weißen Blutkörperchen
  • Trikatu – Gewürzmischung aus trockenem Ingwer, schwarzem und langem Pfeffer (scharf, erhitzend, entschleimend): 2x täglich ¼ TL mit Thymianhonig und etwas Wasser
  • Vitamin C – 1g täglich verkürzt die Krankheitsdauer bei Erkrankten
  • Zink – 30mg täglich stimuliert die zelluläre Abwehr

(5) Teerituale pflegen und ausreichend Trinken

Kräutertee wirkt über zwei Wege: a) seine Wärme und b) die Inhaltsstoffe der verwendeten Heilpflanzen. Diese sind vor allem ätherische Öle (z.B. Thymian, Eukalyptus, Pfefferminze), Schleimstoffe (z.B. Eibisch, Isländisch Moos, Malve), Saponine (z.B. Süßholz, Schlüsselblume, Efeu) und Senföle (z.B. Knoblauch, Meerrettich, Zwiebel).

Der Tee aller Tees gegen Erkältungen ist Ingwertee. Die ätherischen Öle und Scharfstoffe des Ingwers werden seit Jahrtausenden für ihre wärmende und infektabweisende Wirkung geschätzt. 1-3 Tassen mittelscharfer Ingwertee beugen Infekten exzellent vor. Im Falle einer akuten Infektion können Sie die Dosis gerne verdoppeln.

Trinken Sie zudem ausreichend Wasser (1,5-2 Liter täglich), um einer Austrocknung der Schleimhäute vorzubeugen.

(6) Vitalstoffreiche Ernährung

Eine gesunde Ernährung, die reich an frischem Gemüse und Früchten ist, enthält viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe (sogenannte Phytamine), die unser Immunsystem stark machen.

Verwenden Sie auch Gewürze wie Pfeffersorten (v.a. langer Pfeffer = Pippali), Kümmelsorten und Senf in Ihrer Ernährung. Wenn Sie diese in einer Pfanne 3-5 Minuten in etwas Fett (z.B. Ghee oder Olivenöl) dünsten und danach das gewünschte Gemüse hinzugeben, verstärkt das die Wirkung der ätherischen Öle in Gewürzen.

(7) Ausreichender, erholsamer Schlaf

Schlafmangel und Schlafstörungen machen uns anfälliger gegenüber Infekten. Achten Sie deshalb auf a) ausreichenden Schlaf (mindestens 7 Stunden) und b) auf tiefen Schlaf. Den Tiefschlaf können Sie unterstützen, indem Sie vor Mitternacht zu Bett gehen, das Schlafzimmer komplett abdunkeln, die Temperatur kühl (nicht eiskalt) halten, Geräusche minimieren und auf einen ruhigen ausgeglichenen Geist achten.

(8) Frischluftzufuhr und Befeuchtung der Lebensräume

Sorgen Sie für regelmäßige Stoßlüftung, um alte verbrauchte Luft gegen frische auszutauschen. Ersetzen Sie Klimaanlagen, wenn möglich, durch Fensterbelüftung. Die Beheizung unserer Lebensräume bringt eine Trocknung der Atemluft mit sich – diese können Sie durch Zimmerbrunnen oder Befeuchtungsgeräte reduzieren.

Die optimale Luftfeuchte beträgt 40-60 Prozent, unter 30% steigt die Infektanfälligkeit deutlich an. In trockener Luft können Viren länger überleben und sich Tröpfchen schneller und weiter verteilen.

(9) Achtsames Händewaschen

Tiefwarmes Wasser und milde Seifen oder medizinische Handwaschmittel reichen oft schon aus, um Erreger förmlich „abzuwaschen“. Achten Sie darauf in der infektreichen Herbst- und Winterzeit ganz besonders. Als oberste Regel gilt: vor dem Essen immer Hände waschen, ebenso nach dem Kontakt mit erkrankten Menschen, z.B. im Rahmen einer Begrüßung.

Fassen Sie nach dem Toilettengang vor dem Essen keine Türgriffe mehr ohne Papier an, da Erreger häufig darüber übertragen werden. Meiden Sie auch Gegenstände, die ein Erkrankter in seinen Händen hielt – oder waschen Sie sich danach die Hände.

(10) Bewusster Kontakt mit Erkrankten

Wir können nicht vermeiden, mit Erkrankten in Kontakt zu kommen. Die Art und Weise des Kontaktes können wir hingegen beeinflussen. Vermeiden Sie den gemeinsamen Aufenthalt in kleinen, engen Räumen (z.B. das Auto) ohne Frischluftzufuhr. Ersetzen Sie die Küsschen-Begrüßung durch ein freundliches Lächeln. Achten Sie in der Kommunikation darauf, dem Erkrankten in einer Distanz bis zu einem Meter nicht frontal gegenüber zu stehen oder zu sitzen – das ist die Strecke, die Viren problemlos durch Tröpfchen überwinden können.

Und denken Sie daran: Erkrankte denken erfahrungsgemäß stärker an ihre eigene Gesundung als an den Schutz der Umwelt vor ihnen. Schützen Sie sich deshalb selbst!

(11) Regelmäßige Bewegung

Regen Sie Ihren Kreislauf und die Durchblutung, auch der Lungen, durch regelmäßige Bewegung an. Mangelnde Bewegung und übermäßiges Training schwächen unser Immunsystem. 30-60 Minuten Ausdauersport und/oder Kraftausdauertraining täglich sind die optimale Dosierung, v.a. an frischer Luft – sofern diese noch keine Minusgrade aufweist.

(12) Angemessene Kleidung

Es klingt so banal, wird aber häufig nicht beachtet: es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur unpassende Kleidung. Tragen Sie in der kalten Jahreszeit wärmende Wäsche unter der Bluse, dem Hemd oder dem Pullover und halten Sie dadurch v.a. den Rumpf warm. Schals und Jacken helfen zudem bei Minusgraden, das Eindringen von Kälte und damit einer Schwächung des Immunsystems vorzubeugen.


 

Sollten Sie trotz Anwendung dieser präventiven Maßnahmen an einem lästigen Infekt erkranken, gilt die alte Volksweisheit: drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie, drei Tage geht sie. Damit Sie spätestens nach einer Woche wieder fit sind und keine wochenlange Erschöpfung oder Reizhusten erleben, sollten Sie im Krankheitsfall zur individuellen Therapie eine Ayurveda Praxis Ihres Vertrauens aufsuchen.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit,

Ralph Steuernagel

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