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DURCH KALORIENRESTRIKTION LÄNGER & GESÜNDER LEBEN

Weniger ist mehr: dieses Oxymoron bringt die ayurvedische Vorstellung von zuträglichen Nahrungsmengen auf den Punkt. Zu oft, zu viel und zu schwer - diese drei ayurvedischen „Ernährungssünden" fördern vorzeitige Alterung und damit assoziierte Leiden.

In zahlreichen Tierversuchen konnte die lebensverlängernde Wirkung einer kalorienreduzierten Nahrung und des intermittierenden Fastens nachgewiesen werden. Lassen sich diese bahnbrechenden Erkenntnisse auch auf Menschen übertragen? Und wie sieht deren praktische Umsetzung im Alltag ohne Verlust an Lebensqualität und Genussfähigkeit aus?

Kalorienrestriktion

Ich war Anfang 20, sportlich und gesundheitsbewusst - und aß täglich 5 Mahlzeiten. Mein damaliger Tenor: ich verbrauche viel Energie, also muss ich entsprechend auftanken. Aus Sicht der Energiebilanz völlig richtig, aus dem ayurvedischen Blickwinkel von Langlebigkeit allerdings drastisch alterungsfördernd. Junge Menschen können das verkraften, die Auswirkungen eines derartigen Lebensstils machen sich meist ab 40 bemerkbar.

Nie im Leben würde ich auf nur eine Mahlzeit verzichten, dachte ich damals. Heute genieße ich anstelle der 5 noch 2 Mahlzeiten täglich, in Ruhe und allerbester Qualität. Und ich fühle mich klarer, stärker und freier wie je zuvor.....

7 Faktoren für die Verlängerung der Lebensspanne

Wissenschaftler konnten zahlreiche Faktoren für die Verlängerung der Lebensspanne durch Kalorienrestriktion nachweisen.

Die wichtigsten sind:

  • Weniger lebensverkürzende Krankheiten (u.a. Diabetes, Bluthochdruck, Arteriosklerose)
  • Verminderung von oxidativem Stress und der durch freie Radikale erzeugten Gewebeschäden
  • Verminderung der Aktivität von Stoffwechsel und sympathischem Nervensystem
  • Verringerung chronischer Entzündungen (Inflamm-Aging)
  • Schutz gegen alterungsassoziierte Störungen des Immunsystems
  • Aktivierung von Langlebigkeitsgenen (Sirtuine)
  • Förderung der DNA-Reparaturmechnismen

Die Umsetzung ist leichter als gedacht - ich empfehle eine Umstellung Ihrer Gewohnheiten in 3 Schritten.

Schritt 1: Zwischenmahlzeiten meiden

Einer der häufigsten Ernährungsfehler, die ich in meiner Praxis seit 18 Jahren beobachte, sind Zwischenmahlzeiten. Bis auf wenige Krankheitsbilder, die eine spezielle Versorgung in kurzen Intervallen benötigen, gibt es keinen erkennbaren Vorteil. Dafür aber zahlreiche Folgen: die Gesamtkalorienmenge steigt und wir nehmen an Gewicht zu, der Verdauungstrakt und seine Drüsen werden überfordert mit Folge der Fehlverdauung und es wird ständig Insulin produziert mit weitreichenden Folgen für unseren Stoffwechsel und das Hormonsystem.

Definieren Sie daher Ihre Hauptmahlzeiten und nehmen Sie diese mit mindestens 5 Stunden Abstand ein. Ein Beispiel wäre das Frühstück um 8 Uhr, Mittagessen um 13 Uhr und Abendessen um 18 Uhr bzw. frühestmöglich. Gemäß Ihren Arbeitszeiten und Verantwortungen können die Zeiten natürlich variieren. Bei einem 2-Mahlzeiten-System empfehle ich als Zeitfenster 11-13 und 17-19 Uhr. Welches System für Sie passend ist, hängt von Ihren täglichen Belastungen, Ihrem gegenwärtigen Stoffwechselstatus und den über Jahre erworbenen Gewohnheiten ab.

Schritt 2: Qualität statt Quantität

„Wenn Du merkst, Du hast gegessen, hast Du schon zu viel gegessen" lautet ein berühmter Aphorismus von Sebastian Kneipp. Die meisten unter uns essen deutlich zu viel und zu schnell. Stellen Sie sich einmal bildlich Ihren überfüllten Magen vor, der die aufgenommene Mahlzeit verdauen soll - ohne Raum gibt es kaum Bewegung, Druck und Völlegefühl sowie Müdigkeit sind die logische Folge. Lassen Sie daher mindestens ein Viertel Ihres Magens leer. Um die Mengenverhältnisse kennenzulernen, starten Sie einfach mal mit einer Reduktion aller bisherigen Mengen um ein Drittel.

Entwickeln Sie zudem ein stärkeres Gefühl für Qualität. Kaufen Sie mehr auf Erzeugermärkten und machen Sie v.a. bei tierischen Lebensmitteln keine Kompromisse. Für mehr Qualität muss man auch mehr Geld bezahlen, das ist klar. Hier können wir von den Franzosen lernen, die weitaus mehr Geld in Ihre Verpflegung als in ihr Automobil stecken. Ihr Körper und Geist wird es Ihnen danken, es schmeckt viel besser und ist ethisch, sozial und ökologisch verträglicher. Zudem isst man erfahrungsgemäß bewusster und weniger.

Schritt 3: Intermittierendes Fasten durch „Dinner Cancelling"

Fasten klingt für Viele anstrengend und wenig genüsslich. Tatsächlich ist mehrtägiges Fasten nur unter professioneller Supervision empfehlenswert. Um die genannten Vorteile zu genießen, reicht das intermittierende Fasten völlig aus. Wir sprechen von regelmäßiger Nahrungskarenz von 16-24 Stunden. Am leichtesten ist das Dinner Cancelling praktizierbar: Sie lassen hierbei einfach 1-2x wöchentlich das Abendessen ausfallen und frühstücken wieder am nächsten Morgen. Kommt abendlicher Hunger auf, trinken Sie einfach Wasser oder ungesüßten Kräutertee.

Durch das Dinner Cancelling kann unser Schlafhormon Melatonin besser arbeiten und das Wachstumshormon STH wird stimuliert. Melatonin und STH zählen zu den wichtigsten Anti-Aging-Hormonen mit sicht- und fühlbar verjüngender Wirkung. Sie können deren Spiegel und Aktivität ohne Einnahme nur durch Ihr Ernährungsverhalten beeinflussen! Zudem werden überflüssige und schädliche Körperzellen, z.B. Fett- und Krebszellen, abgestoßen. Also worauf warten Sie noch, starten Sie diese Woche mit Ihrem ersten Dinner Cancelling.

Geheimtipp RESVERATROL als Supplement

Das Polyphenol aus der roten Weinrebe Vitis vinifera gilt als DAS wichtigste natürliche Supplement in der Anti-Aging-Medizin. Es werden 100-200mg (ppm) Trans-Resveratrol täglich empfohlen. Als „CR-Mimetikum“ täuscht es dem Körper eine Kalorienrestriktion vor, die als einzige experimentell belegte Methode zur Lebensverlängerung durch Aktivierung eines Langlebigkeits-Gens gilt.

In Verbindung mit der ausgeprägt anti­oxidativen und zudem erwiesenen anti­entzündlichen Wirkung kann Resveratrol als Schlüsselsubstanz für gesundes Altern betrachtet werden. Studien konnten zudem insulinsensitivitätsfördernde, onkopräventive, fettzellwachstumshemmende, herz- und gefäßschützende und neuroprotektive Wirkungen nachweisen.

Im Ayurveda wurden der Weinrebe (Draksha) schon vor über 2000 Jahren regenerative und verjüngende Eigenschaften (Rasayana) zugeschrieben. Sie gilt als hochwertigste Frucht zur Stärkung des Nährsaftes (Rasa Dhatu) und Energieniveaus (Ojas) und senkt erhöhtes Vata und Pitta. In zahlreichen Rezepturen wird sie verarbeitet und gilt als Hauptbestandteil wichtiger Elixiere wie Draksharishta oder Arjunarishta.

Mit den besten Wünschen für ein langes und gesundes Leben,

Ralph Steuernagel

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