Steuernagel Ayurveda Blog

Herzlich Willkommen im AYURVEDA BLOG von Ralph Steuernagel.
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AYURVEDA ALS BERUF(UNG)

Der Ayurveda ist im Westen angekommen und stellt heute eine unverzichtbare Säule der naturheilkundlichen Medizin in Europa dar. Sein ganzheitliches Verständnis von Mensch und Natur hat längst die engen Grenzen reiner Diagnostik und Therapie in Heilpraxen überschritten.

Immer mehr Menschen vertrauen der langjährigen Erfahrung und Weisheit dieses Systems und sehen in ihm auch eine Lebensphilosophie zur Steigerung von Gesundheit und Langlebigkeit, Verbesserung zwischenmenschlicher Beziehungen sowie Entwicklung von Lebensfreude und Selbsterkenntnis.

Warten-Machen

Aus dieser Grundlage heraus haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten unterschiedliche Zielgruppen für ayurvedische Dienstleistungen und in Folge neue „Berufsgruppen“ entwickelt. Waren es in den 80er Jahren noch begeisterte Indienliebhaber, die manche der wenigen damaligen ayurvedischen Angebote nutzten, so erreicht der Ayurveda heute die ganze Breite unserer Gesellschaft. Nachfolgend stelle ich Ihnen die ayurvedischen Perspektiven für Heilberufe, Gesundheitsfachberufe und Quereinsteiger vor.

Zielgruppen

Ayurveda ist für Alle da!

Kinder finden zahlreiche Hilfestellungen für die gesunde Entwicklung von Körper und Psyche. Jugendliche können pubertätsbedingte Auswirkungen des eigenen Lebensstils ausgleichen, während der Berufsausbildung oder dem Studium unterstützt der Ayurveda die Konzentration und Leistungsfähigkeit.

Eltern werden in Fragen einer werteorientierten Erziehung unterstützt. Vor, während und nach der Menopause helfen zahlreiche ayurvedische Methoden Frauen im Übergang in eine neue Lebensphase. In diese Zeit fällt auch das Rentenalter der meisten Menschen und die Frage nach weiteren Lebensperspektiven, auf die der Ayurveda Antworten ermöglicht.

Im höheren Alter kommt es auf Prävention und den Erhalt körperlicher und geistiger Funktionen ebenso an wie auf die Förderung zwischenmenschlicher Beziehungen zur Vorbeugung von Vereinsamung – auch diese Herausforderungen sind Bestandteil der ayurvedischen Lehre. Und zu guter Letzt versteht der Ayurveda das Leben als Teil eines Kreislaufs, zu dem auch der Tod gehört – so können sterbende Menschen in Würde und Achtsamkeit den letzten Atemzug vollbringen.

Wir befinden uns in Europa mit dieser Entwicklung durch alle Gesellschaftsteile am Anfang. Gegenwärtig lassen sich noch gewisse Häufungen innerhalb der Zielgruppen feststellen:

  • Geschlecht: nach wie vor erreicht der Ayurveda zu etwa zwei Dritteln Frauen, auch wenn der männliche Anteil stetig ansteigt…
  • Alter: das Kernalter ayurvedischer Patienten liegt zwischen 30-65 Jahren
  • Bildungsstand: hier lassen sich alle Bildungsgrade erkennen – auffallend häufig finden jedoch Menschen mit akademischer Ausbildung sowie Ärzte selbst den Weg in eine ayurvedische Praxis, was für das hohe Maß an intelligenten Konzepten spricht
  • Wohnort: die ländliche Bevölkerung lebt naturverbundener, die städtische Bevölkerung hat dafür erhöhten Bedarf an Stressbewältigungskonzepten – beide Gruppen sind dem Ayurveda potenziell zugeneigt; ambulante Praxen laufen erfolgreicher in Ballungszentren, Kureinrichtungen nutzen hingegen oft die Stimmung der Natur
  • Familienstand: hier ist die ganze Bandbreite vertreten, vom Single über Lebensgemeinschaften, verheiratete Paare bis zu verwitweten Menschen; oft begeben sich nach erstem „Test“ weitere Familienmitglieder in die ayurvedische Behandlung
  • Finanzielle Grundlage: Ayurvedische Angebote sind vorwiegend Selbstzahlerleistungen und beinhalten zumeist eine Kombination aus Beratungen, Anwendungen und Produkteinkäufen. Die Kosten sind für alle Durchschnittseinkommen tragbar, Geringverdiener müssen hingegen zumeist Schwerpunkte setzen – hier spielt v.a. die Ernährungstherapie eine zentrale Rolle, die mit keinen Zusatzkosten verbunden ist.

Berufsgruppen

Für welche Berufsgruppen ist eine ayurvedische Aus- bzw. Weiterbildung interessant? Die Antwort lautet: für viele!

Nach meinen Erfahrungen in den letzten 20 Jahren lassen sich drei Kerngruppen unterscheiden, zu denen zahlreiche Einzelberufe zählen:

Heilberufe

Zu den medizinischen Heilberufen zählen in Deutschland Ärzte und Heilpraktiker sowie Zahn- und Tierärzte. Zu den spezielle Heilberufen zählen zudem Psychologen (bsp. Psychotherapeuten, Arbeits-/Betriebs-/Organisationspsychologen, pädagogische Psychologen u.v.a.) und Apotheker.

Um das volle Spektrum ayurvedischer Diagnostik und Heilkunst anbieten zu können, ist die ärztliche Approbation oder Zulassung als Heilpraktiker erforderlich. Psychotherapeuten können ayurvedisch-psychologische Konzepte in ihre Arbeit aufnehmen, ohne dabei körperliche Krankheiten zu therapieren.

Gesundheitsfachberufe

Zu den Medizinalfachberufen zählen Pflegeberufe, Physiotherapeuten, Masseure, Ergotherapeuten, Logopäden, medizinisch/pharmazeutisch-technische Assistenten (MTA/PTA), Hebammen, Diätassistenten und viele mehr.

Eine erweiterte Gruppe gesundheitlich ausgerichteter Berufe sind alle Trainerberufe vom medizinischen Trainingstherapeuten über Sportlehrer bis zur bedeutsamen Gruppe der Yogalehrer, die eine wertvolle Verbindung der Schwesterwissenschaften des Yoga und Ayurveda herstellen.

Quereinsteiger

Immer mehr Menschen streben im Laufe des Lebens nach Neuorientierung und mehreren Berufsfeldern, in denen sie sich verwirklichen können. So finden Angestellte aus der Finanz- und Versicherungsbranche ebenso wie künstlerische Berufe, Coaching-Dienstleister oder selbständige Unternehmer immer häufiger zu ayurvedischen Bildungsanbietern. Auch alle sozialen Berufe wie Erzieher, Sozialarbeiter und Pädagogen unterschiedlicher Richtungen stellen zunehmend eine wichtige Gruppe ayurvedischer Anbieter dar.

Ayurveda Tätigkeitsbereiche

In welchen Bereichen bieten sich Möglichkeiten der beruflichen Anwendung?

Ich habe die möglichen Tätigkeiten in acht Bereiche unterteilt:

Bereich 1: Ayurveda Heilpraxis

Als Arzt oder Heilpraktiker arbeiten Sie in eigener Praxis, einer Praxisgemeinschaft oder einer stationären Einrichtung. Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit ist die Durchführung ayurvedischer Diagnostik, Therapieplanung und medizinischer Anwendungen zur Linderung bzw. Heilung vorwiegend chronischer und funktioneller Krankheiten.

Bereich 2: Ayurveda Gesundheitspraxis

Sie haben vor Ihrer Ayurveda Ausbildung einen Gesundheitsfachberuf erlernt oder sich als Quereinsteiger medizinisches Grundlagenwissen angeeignet. Ihr Tätigkeitsfeld umfasst präventive Gesundheitsberatungen in den Bereichen Konstitution, Ernährung, Lebensführung und Psychohygiene und Sie bieten gesundheitsfördernde Anwendungen wie Massagen und Ölbehandlungen an.

Bereich 3: Ayurveda Kureinrichtung

Sie arbeiten in einem Team aus Medizinern, manuellen Therapeuten, Gästebetreuern, Yogalehrern, Verpflegungspersonal und organisatorisch tätigen Mitarbeitern. Gemäß der eigenen Qualifikation ergeben sich zahlreiche Anstellungsmöglichkeiten – ein Paradies für Teamplayer.

Bereich 4: Ayurveda Produktherstellung und -handel

Sie lieben es, mit ayurvedisch hergestellten Naturprodukten zu handeln und diese als Nahrungsmittel und Nahrungsergänzungen im Direktverkauf eines Ladengeschäfts oder per Versandhandel zu vertreiben. Als Apotheker könnte Sie die Herstellung und Mischung ayurvedischer Arzneien als neues Betätigungsfeld faszinieren – damit setzen Sie sich deutlich von anderen Pharmazeuten und dem Internet-Apothekenvertrieb ab.

Bereich 5: Ayurveda Reisen

Vielleicht haben Sie bereits berufliche Erfahrungen in der Touristikbranche gesammelt. Ayurvedische Gesundheitsreisen boomen seit Jahren – ob als Asienreise nach Indien und Sri Lanka oder als innereuropäischer Gesundheitsurlaub. Sie können Interessenten in der Auswahl einer geeigneten Einrichtung beraten oder eigenständig als Kurreiseleiter mit Gruppen ausgewählte Ziele ansteuern. Nebst aller Arbeit kuren Sie auch immer ein wenig selbst mit…

Bereich 6: Ayurveda Wellness & Kosmetik

Ihnen liegt das Wohlbefinden des Einzelnen am Herzen und Sie begeistern sich für Genuss, Verwöhnung, Ästhetik und das Schöne? Als ausgebildeter Masseur oder Kosmetikerin können Sie das ganze Spektrum ayurvedischer Behandlungen zur Entspannung und Gesundheitsförderung kompetent einsetzen. Auch Quereinsteiger finden hier oft Ihren Platz.

Bereich 7: Ayurveda Gastronomie und Kochschule

Was wäre der Ayurveda ohne seine Ernährungslehre und damit verbundene Küche? Sowohl Köche als auch Ernährungsberater können ihre ayurvedischen Kenntnisse beruflich im Rahmen einer gastronomischen Einrichtung und einer Kochschule anwenden. Sowohl Endverbraucher als auch zahlreiche Verpflegungseinrichtungen können hiervon profitieren.

Bereich 8: Ayurveda Bildungseinrichtung

Sie haben selbst den Ayurveda tiefgründig studiert und schon langjährige Erfahrung als „Ayurveda Professional“ in einzelnen Disziplinen gesammelt? Sie verfügen über didaktische Qualifikationen, das ayurvedische Wissen unverfälscht, strukturiert und praxisnah weitergeben zu können? Dann sind Sie für eine Seminar- und Unterrichtstätigkeit geeignet. Holen Sie sich dennoch gemäß der ayurvedischen Tradition die Bestätigung Ihrer eigenen Lehrer hierzu ein.

Checkliste für Ihre Ayurveda Ausbildung

Um die für den eigenen Bedarf geeignete Ausbildungseinrichtung zu finden, empfiehlt sich eine Checkliste mit folgenden 8 Punkten durchzugehen:

  • Tätigkeit: Möchten Sie als Heilberuf oder Anbieter präventiver Maßnahmen tätig werden und ist der Lehrplan auf die Berufsgruppe zugeschnitten?
  • Ausbildungsdauer: Wie viel Zeit können und möchten Sie für Ihre ayurvedische Ausbildung aufbringen?
  • Lehrsystem: Wie viele Präsenzunterrichtsstunden beinhaltet Ihre Ausbildung? Woraus besteht ein ggf. ausgeschriebenes „betreutes Heimstudium“?
  • Lehrkörper: Welche Qualitäten sollten Ihre Lehrer mitbringen? Weisen die in Frage kommenden Dozenten langjährige Erfahrung a) als Therapeut und b) als Lehrer auf?
  • Kontakt: Die Beziehung von Lehrer zu Schüler spielt in der ayurvedischen Tradition eine überragende Rolle – ist ein persönlicher Kontakt zum Lehrer möglich?
  • Praxisbezug: Werden in Ihrer Ausbildung Fallbeispiele besprochen und bearbeitet, wie sie in der realen späteren Tätigkeit vorkommen?
  • Kosten: Welches Budget steht Ihnen zur Verfügung? Wie erreichen Sie den bestmöglichen „return on invest“?
  • Existenzgründung: Erhalten Sie schon während der Ausbildung Unterstützung in Fragen des Aufbaus Ihrer Tätigkeit?

Aus der Beantwortung der obigen Fragen können Sie die auf Ihr Anforderungsprofil passende Institution auswählen.

Wirtschaftliche Perspektiven

Ermöglicht eine ayurvedische Berufstätigkeit wirtschaftliche Unabhängigkeit? Diese Frage ist von großer Bedeutung und bleibt dennoch oft unausgesprochen.

Der Inhaber einer privaten Praxis oder Kureinrichtung ist „therapeutischer Unternehmer“. Auf dem Weg in die erfolgreiche Selbständigkeit gilt es daher nach dem Erwerb der fachlichen Qualifikation zahlreiche Aspekte zu berücksichtigen – hier einige Beispiele:

  • Was ist meine Geschäftsidee?
  • Worin unterscheide ich mich von meinen Mitbewerbern?
  • Welche Zielgruppe möchte ich vorrangig erreichen?
  • Welchen Standort und welches Preisniveau wähle ich?
  • Welche therapeutischen oder präventiven Dienstleistungen biete ich an?
  • Integriere ich eine gewerbliche Einrichtung, bsp. zum Direktverkauf ayurvedischer Produkte?
  • Welche Netzwerke und Kooperationen baue ich auf?
  • Arbeite ich alleine und selbstverantwortlich oder in einem Team mit Aufgabenverteilung?
  • Wie mache ich die Öffentlichkeit auf meine Angebote aufmerksam?
  • Welche Gewinnmöglichkeiten bieten meine einzelnen Angebote? Zur Erinnerung: Umsatz ist nicht gleich Gewinn!
  • Wie viel Zeit möchte ich meiner „Arbeit“ widmen und welches Einkommen benötige ich zur Deckung meiner persönlichen Bedürfnisse?

Aus der Beantwortung dieser und weiterer Fragen entwickeln Sie ein Geschäftskonzept und können in die betriebswirtschaftliche Planung mit einem Unternehmens- und/oder Steuerberater einsteigen. Nach Ermittlung des Kapitalbedarfs zur Existenzgründung folgen zumeist Bankgespräche zur Abklärung der Finanzierung. Erst dann geht es richtig los.

Ich empfehle jedem Ayurveda Existenzgründer vor Aufnahme der Tätigkeit qualifizierte Beratung in Anspruch zu nehmen:

  • Unternehmensberater mit ayurvedischem Sachverstand und Marktkenntnis für ein individuelles Coaching zum Aufbau der eigenen Institution
  • Steuerberater zur Klärung aller steuerrechtlichen Fragen und Erstellung der jährlichen Abschlüsse
  • Unabhängiger Versicherungsberater zum Abschluss individuell passender Berufshaftpflicht-, Rechtsschutz- und privater Versicherungen
  • Rechtsberater zur Erstellung von Vereinbarungen mit Patienten und Kunden

Wenn Sie Ihre volle Aufmerksamkeit dem Ayurveda widmen und nebst Wissenserwerb vor allem Ihre Persönlichkeit entwickeln und ein fundiertes Geschäftskonzept erstellen, werden Sie künftig zu den erfolgreichen Anbietern mit überdurchschnittlichem Einkommen zählen.

Der Ayurveda: mehr als ein Beruf!

Bei aller rationalen Betrachtung hinsichtlich Zielgruppen, Tätigkeitsbereichen und deren Wirtschaftlichkeit möchte ich zuletzt einen für mich persönlich und viele Kollegen entscheidenden Aspekt erwähnen: den Ayurveda in Europa würdig und verantwortungsvoll vertreten und seine Methoden anwenden zu dürfen, ist wahrlich erfüllend. Sicherlich lässt sich in anderen „Branchen“ mehr Geld in kürzerer Zeit verdienen, aber um welchen Preis?

Als „Ayurveda Professional“ beschäftigen wir uns tagtäglich mit Menschen und deren Potenzialen sowie Anfälligkeiten, mit der Natur, ihren Rhythmen und wunderbaren Substanzen zur Ernährung und Heilung, mit der spannenden Wechselwirkung von Körper, Sinnen und Geist und mit der Frage nach unserem Ursprung und der Sinnhaftigkeit – das prägt!

Gibt es etwas Schöneres?

Mit den besten Wünschen für Ihre berufliche Verwirklichung,

Ralph Steuernagel

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