AYURVEDA THERAPIE

Im klassischen Ayurveda werden 8 Therapiesäulen in drei Behandlungsebenen unterschieden: Ernährungstherapie, Ordnungstherapie, Arzneimitteltherapie, Manualtherapie, Ausleitungsverfahren, Chirurgie, Psychosomatik und subtile Verfahren.

Ayurvedische Therapie basiert auf einem antipathischen Paradigma – das bedeutet, es werden mit jeweils entgegengesetzten Maßnahmen und Eigenschaften Überschüsse oder Mangelzustände in Strukturen und Funktionen ausgeglichen.

Ayurveda arbeitet immer ganzheitlich und betrachtet sowohl psychosomatische als auch somatopsychische Prozesse. Die Therapie erfolgt immer multimodal unter Einsatz möglichst vieler Verfahren, die synergistisch einander in ihrer Wirkkraft potenzieren. Aus diesem Grund ist von der Inanspruchnahme isolierter Angebote an Massagetherapien, Phytotherapie oder Ernährungsmedizin eher abzuraten.

Es werden drei Therapieebenen unterschieden:

  • Körpertherapie mit den drei Bereichen Ursachenmeidung, Palliativ-Verfahren und Ausleitungstherapien
  • Psychotherapie zur Entwicklung tiefer Erkenntnis und Stärkung aller geistigen Funktionen
  • Auf Vertrauen basierende Heilkunde = Ritualkunde und subtil wirksame Maßnahmen

Welche der Therapieebenen vorrangig zum Einsatz kommt, hängt von der individuellen Diagnose und Pathogenese ab.

Eine erfolgreiche Therapie basiert auf der Zusammenarbeit des Therapeuten mit dem Patienten und den zur Verfügung stehenden Heilmitteln. Die Compliance oder Mitarbeit des Patienten ist unbedingt erforderlich – hier kommt es v.a. auf die Übernahme von Selbstverantwortung und die Bereitschaft zur Veränderung an.

Die 8 Säulen klassischer Ayurveda Therapie

Ayurveda Ernährungstherapie

Die ayurvedische Ernährungstherapie basiert auf der Lehre von 5 Elementen, 6 Geschmacksrichtungen, 20 Eigenschaften und 12 Nahrungsmittelgruppen. Nach eingehender Diagnostik und Erstellung einer ayurvedischen Therapiestrategie wird ein maßgeschneiderter Plan unter besonderer Berücksichtigung der individuellen Verdaulichkeit erstellt. Ein zentrales Credo lautet: gesundes Essen muss schmecken!

Ayurveda Ordnungstherapie

Viele Krankheiten sind Folge einer unzuträglichen Lebensweise, die nicht im Einklang mit der persönlichen Konstitution und den Rhythmen der Natur steht. Die ayurvedische „Lifestyle-Medizin" setzt an den Lebensgewohnheiten an und umfasst die Bereiche Zeitgestaltung, Schlafhygiene, Atmung, Bewegung, Reinigungsroutine, Körperpflege, Sinneskontrolle, Kommunikation, Spannungsregulation und Achtsamkeit.

Ayurveda Arzneimitteltherapie

Die ayurvedische Arzneimitteltherapie steht in enger Verbindung zur Ernährungstherapie und basiert auf den gleichen Klassifikationsregeln der Substanzenlehre. Zum Einsatz kommen vorwiegend Rezepturen aus Heilpflanzen, die bedarfsgemäß durch mineralische oder tierische Substanzen ergänzt werden. Im europäischen Ayurveda werden vorrangig einheimische Pflanzen gemäß ayurvedischen Kriterien verwendet.

Ayurveda Manualtherapie

Die ayurvedische Manualtherapie zählt zu den zu den äußeren Reinigungsverfahren und umfasst Massagen, Ölanwendungen, Hitzeapplikationen, Auflagen und hydrotherapeutische Verfahren. Die Anwendungen kommen als Vorbehandlung im Panchakarma zum Einsatz und stellen zudem eigenständige ambulante Maßnahmen dar. Hauptindikationen sind Vata-Störungen (Rheumatologie, Neurologie, Psychologie).

Ayurveda Ausleitungsverfahren

Die ayurvedischen Ausleitungsverfahren reinigen den Körper von belastenden Rückständen und kommen isoliert in ambulanter Durchführung und kombiniert als stationäre Panchakarma Kur zum Einsatz. Die 5 Verfahren sind: Vamana (Emesis / Magenspülung), Virechana (Purgation / Abführtherapie), Basti (Rektaleinläufe), Shirovirechana (Intranasaltherapie) und Raktamokshana (Aderlass / Schröpfen / Blutegel).

Ayurveda Chirurgie

Die ayurvedische Chirurgie kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Eine der beiden ältesten Textsammlungen des Ayurveda, die Sushruta Samhita, erwähnt über 100 chirurgische Instrumente und mehr als 300 Operationen. Plastische Chirurgen beziehen sich historisch oft auf Sushruta und die damaligen herausragenden Operationstechniken. Heute kommen nur noch mikrochirurgische Eingriffe zum Einsatz.

Ayurveda Psychosomatik

Ayurvedische Psychosomatik umfasst die Analyse und Korrektur von Eigenschaften (Sattva-Rajas-Tamas) und Funktionen unseres Geistes in Interaktion mit den Sinnen und dem Körper. Die psychotherapeutisch wirksamen Maßnahmen dienen dazu, geistige Fähigkeiten (Unterscheidungsvermögen, Entschlossenheit, Erinnerungsvermögen) zu stärken und die pathologische Identifikation mit Vergänglichem zu lösen.

Subtile Verfahren im Ayurveda

Der Ayurveda versteht den Menschen als mikrokosmisches Abbild eines makrokosmischen Prinzips. Leben ist ein Zusammenschluss von Körper, Sinnen, Geist und Seele. Unsere Seele ist unvergänglich, unveränderlich und jenseits aller Dualität - aber erfahrbar. Die subtile Heilkunde Daivavyapashraya stärkt Vertrauen, Demut und lindert Ängste. Die Anbindung an das große Ganze reduziert die Identifikation mit Leiden.


 
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