AYURVEDA GESUNDHEITSLEHRE

Ayurveda dient Svastha, ganzheitlicher Gesundheit. Svastha ist mehr als die Freiheit von Krankheit. Der Ayurveda ist salutogenetisch orientiert und beantwortet die Frage, was wir täglich für mehr Gesundheit tun können. Die Gesundheitslehre ist der Kern ayurvedischer Präventivmedizin.

Gesundheit wird ayurvedisch in zwei Ansätzen dargestellt:
» Arogya bedeutet „Freiheit von Krankheit".
» Svastha beschreibt Gesundheit im ganzheitlichen Sinne - wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff „Verweilen im Selbst".

Svastha wird wie folgt definiert:
„Ein Mensch wird gesund genannt, dessen Physiologie im Gleichgewicht ist, dessen Verdauung und Stoffwechsel gut arbeitet, dessen Gewebe und Ausscheidungsfunktionen normal funktionieren und dessen Seele, Geist und Sinne sich im Zustand dauerhaften, inneren Glücks befinden.“

Der Weg ist also das Ziel...

Gesundheitsfördernde Maßnahme werden im Ayurveda „Svasthavrtta" genannt und in sechs Gruppen unterteilt:
» Die tägliche Gesundheitsroutine (Dinacarya)
» Das den Jahreszeiten angepasste Verhalten (Rtucarya)
» Die Direktion körperlicher und geistiger Dränge (Vegasamdharana)
» Angemessene körperliche Bewegung (Vyayama)
» Der intelligente Einsatz von Sinnen und Geist

» Ethische Grundhaltung (Sadvrtta)

Die Zuträglichkeit unserer Lebensweise für mehr Gesundheit hängt ayurvedisch betrachtet von folgenden Kriterien ab:
  • Lebe ich konstitutionsgerecht?
    Ein Leben in Einklang mit der eigenen Konstitution macht glücklich. Die Kenntnis unserer Anfälligkeiten ermöglicht präventive Gegensteuerung, ohne dass es jemals zum krankhaften Ausbruch kommen muss. Konstitutionsgerecht berücksichtigt werden u.a. die Ernährung, Schlaf, Zeitgestaltung, soziale Beziehungen, Körperpflege, Bewegung und Ruhe.
  • Passe ich mich den naturgegebenen chronobiologischen Rhythmen an?
    Die Anpassung an chronobiologische Rhythmen (u.a. Tag-Nacht, Menstruation, Jahreszeiten, Lebensphasen) ist weniger kraftaufwändig als deren Gegensteuerung. Nebst der Kraft unserer konstitutionellen Anlagen wirkt also auch die Kraft der Naturrhythmen auf uns ein – verstehen und synchronisieren wir beide, ist Gesundheit die natürliche Folge.
  • Sorge ich für einen ausgeglichenen Energiehaushalt?
    Unser Energiehaushalt ist mit zwei Arten von „Batterien“ vergleichbar. Die eine wird konstitutionell von Geburt an bereitgestellt und könnte als „Lebensbatterie“ bezeichnet werden. Die andere ist der „Alltags-Akku“ – dieser wird täglich durch Nahrung, Atmung, Regeneration und Schlaf aufgeladen und steht uns zum Erbringen von Leistung zur Verfügung. 
  • Verfolge ich ausgewogene Lebensziele?
    Gesundheit ist nicht zum Selbstzweck gedacht – sie ist die Basis zur Verwirklichung von Lebenszielen. Welche Ziele vorrangig verfolgt werden, hängt nebst Glaubenssätzen von unseren persönlichen Werten und Bedürfnissen ab, die schon in der Kindheit erstmals geprägt werden und durch das Leben hindurch stetigen Veränderungen unterliegen. 
  • Berücksichtige ich nebst meiner eigenen Identität auch mein Umfeld, Familie und lebe ich zeitlich und kräfteorientiert angemessen?
    Die individuelle Analyse unserer Lebensziele anhand der fünf Lebensaspekte (Identität, Umfeld, Familie, Zeit und Kraft) und deren Gegenüberstellung zu unseren Gedanken, Worten und Handlungen stellt die Grundlage ayurvedischer Psychologie dar.